Deutschland im Herbst

 

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Deutschland im Herbst
...und Wege in den Frühling
von Christiane Müller

FOUQUÉ LITERATURVERLAG, ISBN 3-8267-4804-2, DM 16,80

 

Banner TextVorwort

Die Idee zu diesem Buch wurde auf einer Fahrt quer durch Deutschland im September 1999 geboren. Nach einem außergewöhnlich langen Bilderbuchsommer zeigte sich die Natur auch in diesem Monat noch von ihrer schönsten Seite. Eine goldene Sonne strahlte von einem hellblauen, wolkenlosen Himmel auf traumhaft bunt gefärbte Wälder, auf weite Täler mit einladenden Dörfern und Städten, auf Berge und Hügellandschaften mit imposanten Burgen und Ruinen als Zeugen der bewegten Vergangenheit und auf Flüsse und Seen, in denen sich das Licht spiegelte und sie wie von Diamanten bedeckt leuchten ließ.

Ja, wir leben in einem wunderschönen Land, das man eigentlich nur lieben kann, aber viel zu oft vergessen wir das ganz einfach. Eigentlich wollen wir es auch gar nicht mehr sehen und schütteln verständnislos den Kopf, wenn amerikanische oder japanische Touristen von einer Reise hierher träumen und dabei ins Schwärmen geraten - und das hat leider viele gute Gründe.

Sobald man die Einzelheiten näher betrachtet, etwa den Zustand der Gebäude abseits der Hauptstraßen und Vorzeige-Fassaden in unseren Großstädten im ehemaligen Osten genauso wie im ehemaligen Westen, findet man nur noch Verfall, Gleichgültigkeit, Hoffnungslosigkeit und Melancholie wie auch fast überall in den kleineren Orten. So scheinen die Farben und der Glanz dieses Landes zu vergehen wie die Farben und der Glanz des Sommers, aber dennoch gibt es einen gravierenden Unterschied: Die Veränderungen in der Natur können wir nicht beeinflussen, und wir wissen, daß genauso sicher und von selbst auch der nächste Frühling kommen und die Farben und den Glanz wiederbringen wird. Den Einbruch des Herbstes in unseren Städten und Dörfern haben wir selbst durch unsere innere Einstellung und unser Handeln oder besser gesagt Nicht-Handeln verursacht, weil die Mehrheit der Bevölkerung vom Leben in dieser Gesellschaft und von ihrer Politik dermaßen enttäuscht ist, daß sie einfach aufgegeben und das Interesse an Veränderungen aus eigener Kraft verloren hat. Deshalb wird dieser Herbst, der in den Köpfen der Deutschen begonnen hat, auch nicht wieder von allein in einen neuen Frühling übergehen.

Viel zu lange haben wir von der Vergangenheit gelebt und uns auf den Lorbeeren früherer Generationen ausgeruht, die Deutschland den Ruf eines starken, modernen, leistungsfähigen und reichen Industrie- und Sozialstaates eingebracht haben. Wenn wir die Realität in diesem Land heute aber einmal ganz unvoreingenommen und nüchtern betrachten, ist dieser Ruf längst nur noch Illusion und Selbstbetrug.

Es ist allerhöchste Zeit, dies zu erkennen und endlich umzudenken, aber wirkliche Veränderungen können wir nicht länger immer nur von den anderen oder von höherer Stelle erwarten und erhoffen. Jeder einzelne kann und muß mit sich und seinem eigenen Leben anfangen, ehrlich zu sich selbst sein und sich der Wirklichkeit stellen. Auch wenn das Ergebnis nur scheinbar minimale, unbedeutende Veränderungen mit
sich bringt, werden all die kleinen Veränderungen schließlich dazu führen, daß es auch für dieses Land wieder einen Frühling geben wird. Einen anderen Weg gibt es einfach nicht, und oft haben gerade ganz kleine, ganz einfache und ganz banale Ursachen eine überraschend gewaltige Wirkung.

Ich hoffe, daß es dafür noch nicht zu spät ist und habe mir zu diesem Thema meine ganz persönlichen Gedanken gemacht. Diese Gedanken stelle ich Ihnen in Kapiteln, die sich jeweils mit bestimmten Teilen der Gesellschaft befassen, vor. Dabei will ich weder anklagen, noch verurteilen oder den Finger des Schulmeisters heben. Mir liegt es daran, in verständlichen und hoffentlich meist sogar recht unterhaltsamen Sätzen, fern von der manchmal viel zu umständlichen Ausdrucksweise von Wissenschaftlern oder Philosophen, Denkanstöße zu vermitteln und neben den Mißständen vor allem auch Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Sicher ist für jeden Leser ein Kapitel ganz besonders vertraut und zutreffend, und wenn von hundert Lesern auch nur einer ganz allein für sich anfängt, darüber nachzudenken und vielleicht sogar etwas anders zu machen als bisher, habe ich dieses Buch nicht umsonst geschrieben, und die Hoffnung auf einen neuen Frühling in Deutschland wird wieder ein kleines bißchen größer.

Banner TextInhaltsverzeichnis

Nur keine eigene Verantwortung! -
Es ist doch viel angenehmer, die anderen zu kritisieren...

Etwa 90 % der Deutschen richten ihr Leben nach dem Fernsehprogramm. -
Die traurigen Seiten einer Scheinwelt

Ein Lächeln wirkt manchmal Wunder. -
Man kann auch selbst die Sonne scheinen lassen.

Von den Schulen, der "Rechtschreibreform" und vom "Herumstudieren" -
Erfüllt unser Bildungssystem eigentlich noch seine Aufgabe?

Tennis, Golf und Seifenblasen -
Die Krise im deutschen Management

Rufen Sie doch bitte später noch einmal an! -
"Dienstleistung" in Deutschland

Dann laß` ich mich eben krank schreiben -
Krankheit als Kostenfaktor und als Waffe

Bitte nichts Neues! -
Das Dilemma unserer Wissenschaftler

Die Vermarktung einer Lüge -
Die Gefahr, die von den Kirchen ausgeht

Zu spirituell für diese Welt -
Flucht in die Esoterik

Moderne Kunst in Deutschland -
Das Geschäft mit der Dummheit

Rechtsstaat Deutschland -
Polizei und Justiz im Zwiespalt

Armee ohne Marschrichtung -
Die Bundeswehr im Gewissenskonflikt

Das Gespenst der Vergangenheit -
Eine alte Schuld und ihre Folgen

Banner TextNachwort

Wenn Sie bis hierher gelesen haben, kennen Sie also inzwischen meine persönlichen Gedanken zur derzeitigen Situation in unserem Land, die ich Ihnen am Anfang versprochen hatte. Dann freut es mich, daß Sie sich dafür interessiert haben, und ich möchte mich gern an dieser Stelle bei Ihnen dafür bedanken.

Was halten Sie denn nun davon? Haben Sie sich manchmal betroffen gefühlt, haben Sie manchmal empört den Kopf geschüttelt, manchmal gelächelt und ab und zu auch einmal genickt?

Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß zahlreiche Leser und Kritiker dieses kleine Buch maßlos verurteilen werden, weil sie sich entweder ungerecht geschildert und behandelt vorkommen oder weil sie meine Versuche, Auswege und Lösungen anzubieten, für viel zu primitiv, wirklichkeitsfremd und naiv halten. - Akzeptiert. Damit kann ich leben.

Als ich mich dazu entschlossen habe, die plötzliche Idee zu diesem Buch in die Tat umzusetzen, kamen mir selbst sicher nicht ganz unberechtigte Zweifel. Eigentlich bin ich ja überhaupt nicht die Richtige dafür, mir so ein ernstes und umfassendes Thema vorzunehmen, denn ich habe weder bereits ein so hohes Alter erreicht, daß allein schon die Erfahrungen im Laufe eines langen Lebens mir die Berechtigung geben würden, Ratschläge zu erteilen, noch habe ich eine Ausbildung, die mich dafür qualifizieren könnte.

Trotzdem habe ich mich nach einem sehr kurzen Zögern dann doch entschlossen, nicht mehr länger darüber nachzudenken, sondern es ganz einfach zu tun. Genau das ist es ja, was ich Ihnen vermitteln wollte. Ich hatte Sie ja am Anfang schon dazu aufgefordert, bei sich selber anzufangen, wenn Sie weitreichende Veränderungen herbeiwünschen. Also gilt das genauso für mich, und ich durfte mich gar nicht länger vor dieser Aufgabe drücken, die ich mir nun einmal gestellt hatte.

Von der Idee und der bald darauf folgenden Erstellung eines Exposés bis hin zum Beginn der Arbeit am endgültigen Manuskript sind ungefähr zwei Monate vergangen, aber für das eigentliche Schreiben habe ich dann nicht einmal mehr eine Woche gebraucht, und es hat mir zunehmend Spaß gemacht. Vielleicht ist es ja immer so? Wenn wir uns endlich ernsthaft zu einer Entscheidung durchgerungen haben, wird die Umsetzung plötzlich ganz einfach. Der erste Schritt ist ja immer und überall bekanntlich der schwerste.

Jedenfalls bin ich froh darüber, daß ich mich für dieses Projekt entschieden habe, auch wenn ich keine blasse Ahnung habe, was jetzt damit passieren wird? Ob sich ein Verlag finden wird, der dieses Büchlein veröffentlicht? Und wird es dann auch noch tatsächlich gelesen werden? Ich wünsche es mir sehr, denn ich möchte meine Gedanken wirklich sehr gern mit Ihnen teilen und Diskussionen auslösen. Daß ich keine Patentlösungen anbieten kann und zweifellos noch vieles vergessen habe, ist ja klar, aber wir alle gemeinsam könnten doch ganz sicher die ersten Ideen und Ansätze Schritt für Schritt weiterentwickeln und umsetzen. Wäre das nicht eine tolle Sache? Ich glaube ganz fest daran, daß es machbar ist und, daß sich dafür Experten und Laien gleichermaßen engagieren müssen. Wetten, daß die Sache dann sogar auch noch Spaß machen wird? Ich werde mich auf jeden Fall auch weiter daran beteiligen und dabei noch eine Menge dazulernen.

Auf Ihre ganz persönliche Meinung bin ich schon jetzt wahnsinnig gespannt und neugierig. Jeder ist angesprochen, jeder ist gefragt, und jeder kann einen nützlichen und wichtigen Beitrag leisten. - Worauf warten wir dann eigentlich noch? Lassen Sie uns gemeinsam weiter nachdenken, praktikable Lösungen finden und dieses Land in einen neuen Frühling führen! Es ist gewiß noch nicht zu spät, und es wird sich lohnen.

Ich wünsche Ihnen, uns und unserem Land von Herzen Glück und Erfolg auf diesem Weg!

 

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Ihre Meinung zu diesem Buch würde mich sehr interessieren.
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